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Foto: Tea Party Protestveranstaltung am 15. April 2010 in Hartford, Connecticut

Die Tea-Party-Bewegung in den USA ist derzeit in aller Munde. Wobei die Berichterstattung in den deutschen Medien (wie gewohnt) sehr einseitig und den Leser für dumm verkaufend abläuft. In der US-Presse kann man zumindestens schon mal eine deutlichere Polarisierung feststellen.

Im Prinzip verläuft diese Polarisierung so, dass die Tea-Party-Bewegung von 2 Seiten in die Zange genommen wird.

Auf der einen Seite haben wir das alte Neocon-Establishment, dass mit nachgeäffter Anti-Regierungsrhetorik (zum Teil bei Ron Paul abgekupfert) versucht, die zurecht wütenden Protestler in eine Art Bush-Rückersehnungs-Kult zu verwandeln. Die Protagonisten dieses Schauspiels sind im Wesentlichen Sarah Palin, Glenn Beck, Rush Limbaugh und andere Establishment-Clowns. Vorgetragen werden meistens Dumbo-Argumentationen wie dass Barack Obama gegenüber den Islamisten zu schwach sei (ja klar, und deshalb hat der Friedensengel auch die höchsten Kriegsausgaben) oder dass er den Sozialismus einführe (dabei führt er nur den Bush-Sozialismus für die Banken nahtlos fort).

Auf der anderen Seite des politischen Spektrums beteiligen sich die sogenannten "linksliberalen" US-Medien an dieser durchsichtigen Teile-und-Herrsche-Strategie, indem sie den Protestlern durchweg Rassenhass unterstellen. Standard-Dumbo-Argument hier: Die Protestler mögen Präsident Obama nicht "weil er schwarz ist". Beweise dafür werden nicht geliefert, die Aussage wird einfach ständig in den Raum gestellt und wiederholt bis sich der Zuschauer damit - so hofft man - zwangsläufig identifiziert.

MSNBC-Moderator Keith Olbermann, vor Jahren noch spitze als er zurecht gegen den Rechteabbau durch die Bush-Administration wetterte, tropft heutzutage förmlich die Galle aus dem Mundwinkel wenn er sich in seiner TV-Sendung über den "Tea Klux Klan" ereifert. Aus seiner Sicht ist es schon ein Beweis für seine krude Theorie, dass die Tea-Party-Bewegung nur aus Weißen besteht.

Nun, nicht nur dass Herr Olbermann sich hier selbst als Rassist offenbart (für ihn ist die Hautfarbe offensichtlich wichtig), redet er auch noch offensichtlichen Unsinn. Im nachfolgenden Video hat sich als Reaktion darauf ein Tea-Party-Protestler die Mühe gemacht und einige afroamerikanische Mit-Protestler bei den Steuerprotesten am 15. April interviewt. Es zeigen sich intelligente und weltoffene US-Amerikaner die als echte Patrioten in Sorge um die Freiheiten ihres Landes auf die Straße gehen: