Alastair Jamieson
telegraph.co.uk
Mittwoch, 13. Januar 2010
Deutsche Übersetzung: Lukas / ronpaul.blog.de
Notfallmaßnahmen zur Verlangsamung der globalen Erwärmung, wie zum
Beispiel ein "Sonnenschild" um die Sonne zu blockieren oder künstliche
Bäume um CO2 aufzusaugen, werden auf einer "Geo-Engineering"-Konferenz
diskutiert.

Ein Vorschlag umfasst eine Flotte von Schiffen, die Meerwasser in den
Himmel sprühen würden um die Wolken durch die Salzrückstände aufzuhellen / Foto: NASA
Der Gipfel der Klimawissenschaftler, der im März in Kalifornien abgehalten
wird, will drastische Techniken zur Verlangsamung des Klimawandels
untersuchen, die als kontrovers und "Geo-Piraterie" bezeichnet wurden.
Unter den möglichen Maßnahmen die zur Diskussion stehen sind die Düngung
der Ozeane, bei der Eisen in die Meere geschüttet wird um das
Planktonwachstum zu steigern, und künstliche Bäume, die einen chemischen
Prozess benutzen um CO2 zu absorbieren.
Die meisten Verfahren konzentrieren sich auf Möglichkeiten, Sonnenstrahlen
zu reduzieren, indem diese von Spiegeln, welche die Erde im Weltraum
umkreisen, blockiert werden oder indem Schwefelverbindungen in den hohen
Schichten der Erdatmosphäre versprüht werden, die dann das Sonnenlicht von
der Erde weg reflektieren.
Ein Vorschlag umfasst eine Flotte von Schiffen, die Meerwasser in den
Himmel sprühen würden um die Wolken durch die Salzrückstände aufzuhellen
um so mehr Sonnenlicht zurück zu reflektieren.
Diese Konferenz, wie The Guardian berichtet, kommt inmitten von Bedenken,
dass solche Methoden die einzige Möglichkeit seien, den Anstieg der
Durchschnittstemperaturen zu verhindern.
Mike MacCracken, ein Experte auf dem Feld der globalen Erwärmung am
Climate Institute in Washington DC, der das wissenschaftliche Programm der
Konferenz organisiert, sagte der Zeitung: "Der Großteil der Diskussionen
über diese Geo-Engineering-Techniken meint, dass diese aufgespart werden
sollten, bis man sich in einer Notfallsituation befindet. Naja, die
Menschen in der Arktis könnten nun sagen, dass sie sich jetzt schon in
einer Notfallsituation befinden.
Wissenschaftler des Amtes für Umwelt, Ernährung und ländliche
Angelegenheiten sagen, dass diese Methoden nicht ausgeschlossen werden
sollten, jedoch noch mehrere Beweise aus Experimenten benötigt werden.
Die schwedische Gesellschaft für Naturschutz hat kürzlich Geo-Engineering
als einen Akt der "Geo-Piraterie" beschrieben und warnte, dass "die Welt
ein ernsthaftes Risiko eingeht, indem sie sich für Lösungen entscheidet,
die sich als neue globale Probleme herausstellen".
Dennoch werden einige Geo-Engineering-Verfahren bereits in großem Maßstab
angewandt. Man glaubt, dass die chinesische Regierung regelmäßig
Wolkenimpfungen einsetzt, um Niederschlag in von Dürre bedrohten Gebieten
zu fördern.
Siehe auch:
- Nachrichtenmagazin Newsweek schlägt Sprühflugzeuge gegen den Klimawandel vor
