Die gestrigen Wahlen in Texas haben sich für Ron Paul in zwei Bereiche geteilt. Zum Einen fanden die Vorwahlen der Republikaner und Demokraten für die US-Präsidentschaftswahl 2008 statt. Zum Anderen wurde der Sitz im US-Kongress für den 14. Wahldistrikt von Texas neu gewählt.
Hier und in anderen Blogs wurde schon viel über die unzähligen im Detail "komischen" Wahlergebnisse und offensichtliche Wahlmanipulationen im Verlauf der gesamten Vorwahlen berichtet. Meines Erachtens ist das gestrige Abschneiden Pauls in Texas das bisher offensichtlichste, geradezu ins Gesicht schreiende Ergebnis von Wahlmanipulation was mir bisher aufgefallen ist.
Warum? Nicht nur, dass Texas die traditionelle Hochburg Ron Pauls ist, mit den größten Menschenansammlungen für Paul und mit Ron Paul Schildern und Aufklebern überall wo man hinschaut (laut verschiedenen Aussagen soll es noch ein paar Werbeschilder für Huckabee hier und da geben, für McCain sieht man hingegen gar nichts). Und dann erreicht er gerade mal 5%!
Aber insbesondere die Detailergebnisse der Wahlen machen stutzig. Ron Paul hat seinen Abgeordnetensitz im Kongress mit 70% der Wählerstimmen in seinem Distrikt gegen den neokonservativen Chris Peden verteidigt.Das ist ein beachtlicher Sieg mit 37.220 Stimmen für Ron Paul (Dennis Kucinich hat übrigens seinen Kongressitz auch halten können, somit sind uns beide Querköpfe weiter in Washington sicher).
Chris Pedens Programm ist schnell umschrieben. Peden ist einfach nur eine weitere billige Kopie von Rudy McRomney, dem durchschnittlichen neokonservativen Establishmentkandidaten: noch mehr Krieg, Bin Laden versteckt sich unter jedem Bett, deshalb am besten alle persönlichen Freiheiten abschaffen, Jobs oder weniger Inflation/Steuern könnt ihr sowieso vergessen und seit lieber froh dass ihr bisher noch von weiteren Terroranschlägen verschont wurdet.
Was jedoch überhaupt nicht passt ist, dass Ron Paul in dem gleichen Distrikt bei der parallel ablaufenden Präsidentschaftsvorwahl nur 6.697 Stimmen bekommt, gute 30 Tsd. Stimmen weniger! Das ist völlig unsinnig, das würde ja bedeuten dass massenhaft Wähler die auf dem einen Wahlzettel für Paul gestimmt hatten, auf dem anderen Wahlzettel bei Huckabee oder bei McCain ein Kreuzchen machen? Dabei handelt es sich doch um völlig unterschiedliche politische Ausrichtungen, dass die Wähler von Chris Peden lieber für McCain und Huckabee sind wäre hingegen einleuchtend, umgedreht wird einfach kein Schuh draus, sorry!

Zum Staunen ist auch der Vergleich des Gesamtwahlergebnisses mit der Wahl des Abgeordnetensitzes. In ganz Texas errreichte Ron Paul bei den Präsidentschaftsvorwahlen gerademal 69.824 Stimmen. Das sind gerade mal doppelt soviele Stimmen wie Ron Paul allein im 14. Wahldistrikt (in der Grafik rot markiert) bei der parallel laufenden Abgeordnetenwahl bekam. Und dabei macht der 14.Distrikt nicht mal 4% des Bundesstaates Texas aus!